Die Nebelwelt wächst

Inzwischen habe ich fünf Kapitel in der Rohfassung fertig und sitze am sechsten. Immerhin, allerdings bin ich trotzdem hinter meinem Ziel, da ich vier Tage nicht zum Schreiben gekommen bin. An und für sich will ich täglich 1.000 Wörter schreiben, was ich letzte Woche fast immer überschritten habe. Wenn ich allerdings am NaNoWriMo teilnehmen will, dann sollte ich das aktuelle Projekt bis dahin möglichst im Rohbau fertig haben – nach meiner aktuellen groben Planung umfasst der Roman im halbwegs fertigen Zustand etwa 100.000 Wörter, so dass mir noch etwa 75.000 fehlen – ein sehr ehrgeiziger Plan für die verbleibenden sieben Wochen! Andererseits auch „nur 10.700 Wörter wöchentlich, also 1.530 täglich, was weniger ist als das Tagespensum im NaNoWriMo. Dass ich in der Zeit noch ein paar Märkte habe, lasse ich mal außer acht.

Heute waren es bisher knapp 500 Wörter, nicht rühmlich, aber besser als nichts. Bleiben noch gut 1.000 Wörter übrig, die ich in die Abendstunden schieben muss, da ich zunächst mal mein Auto ausräumen und Seife sieden muss, außerdem steht noch ein geführter Tauchgang an, den ich allerdings aufgrund des Wetters derzeit eher anzweifle. Mal gucken, was kommt.

Schön ist, dass meine Charaktere sich im Laufe des Schreibens weiter entwickeln, dass ich neue Nebencharaktere dazubekomme, dass mein Antagonist so langsam erwacht und ich herausfinde, was sein Plan ist („Die Weltherrschaft!“ warf er mir zunächst an den Kopf, aber ich glaube, es geht eigentlich vielmehr um Rache am König, der ihn und sein Land in die Verbannung schickte. Dass er zusätzlich dessen Platz einnehmen will, ist ein Nebeneffekt, nicht das Hauptziel). Dazu kommen immer wieder neue Kreaturen, die einfach mal auftauchen und meine Welt bevölkern, Verbindungen, an die ich selber nie gedacht habe und hier und da kleine Anekdoten, die zumindest mir zeigen, dass meine Welt ganz langsam zum Leben erwacht.

Ehrlicherweise muss ich gestehen, dass ich kein großer Plotschreiber bin. Ich habe eine Idee und schreibe drauflos, und zwischendrin entwerfe ich Charaktere und grobe Handlungsstränge. Und seit mein innerer Zensor auf den Malediven weilt, habe ich auch kein Problem mehr damit, wenn der erste Entwurf Mist ist – ich freue mich halt stattdessen auf die Zeit, in der ich den Text intensiv überarbeite, hier und da mehr Details einfüge, dort eine Szene streiche und dann meinen Zensor frage, ob ich das so auf meine Betaleser loslassen kann, die ich dann hoffentlich im Tintenzirkel finden werde. Überarbeitung ist für Anfang 2012 geplant, und ich glaube fest daran, dass ich Mitte des kommenden Jahres einen ansatzweise brauchbaren Text haben werde. Ob ihn dann außer mir wirklich jemand lesen will, wird sich dann zeigen.

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