Rezension Trix Solier – Zauberlehrling voller Fehl und Adel

Trix Solier ist eines dieser Bücher, über die ich selber vermutlich nie gestolpert wäre. Aber glücklicherweise habe ich es beim Tintenzirkel-Weihnachtswichteln geschenkt bekommen und mich dann auch vor ein paar Wochen daran gemacht, es zu lesen.

Zu Beginn lernt man Trix kennen, den Sohn des Co-Herzogs von Solier, der gerade auf der Schwelle zwischen Junge und Mann steht – wobei er sich als Mann sieht und seine Umwelt ihn noch als Kind betrachtet.
Gerade, als er über die Streitfälle der Kinder und Jugendlichen richten soll, gibt es einen Putsch, bei dem sein Vater getötet wird und Trix selber ins Gefängnis geworfen wird. Der Co-Herzog Gris lässt jedoch eine gewisse Milde walten und lässt Trix laufen, mit einem Boot und etwas Geld und dem Rat, es später dem nichtsnutzigen Sohn des Herzogs Gris heimzuzahlen.
Fortan sinnt Trix darauf, wie er seinen Thron zurückgewinnen kann. Er lernt Ian kennen, der sich ebenfalls für Trix ausgibt, und bald erfährt er, dass der Herzog Gris etwa hundert Jungen mit der Kleidung von Trix ausgestattet, ihnen Geld gegeben und ihnen eingeschärft hat, sich als Trix auszugeben. Dennoch kommt er zu einem früheren Verbündeten seines Vaters, der ihn erkennt und ihm ein Schreiben mitgibt, das ihm einen Ausbildungsplatz bei einem Handwerker verschaffen soll – allerdings will er Ian als „echten“ Trix bei sich behalten und Trix soll seine Herkunft vergessen und seine Pläne begraben.

Wie gut, dass Ian dabei nicht ganz so mitspielt, wie der Herzog es sich gedacht hat – aber auch nicht unbedingt in Trix‘ Sinne.
Die Wege der beiden Jungen trennen sich, Trix versucht, Knappe zu werden, auch wenn das natürlich weit unter seiner Würde ist und wird letztendlich der Lehrling eines Zauberers. Und er wäre nicht Trix, der Sohn eines Co-Herzogs, wenn er nicht quasi nebenbei eine Herzogin retten und sich ehrenvoll verhalten würde.

Die Handlung des Buches ist witzig, die Welt ist wunderbar beschrieben, aber all das ist nicht das, was wirklich fesselnd ist an diesem Buch. Es ist die Art, wie es erzählt ist. Es gibt kleine Sidekicks auf unsere Welt (die Erfindung der Schnellküchen mit einem „goldenen Hintern“ als Emblem hat mich Tränen lachen lassen, genauso wie der Eipott!), und entgegen der üblichen Einteilung, dass Fantasy entweder in einem fiktiven Mittelalter oder aber in unserer Welt mit Ergänzungen spielen muss, ist Sergej Lukianenko eine wunderbare Mischung aus „typischer“ Fantasy und diversen modernen Elementen gelungen.

Dazu kommt eine wirklich ansprechende Sprache, ein wenig im Stil der klassischen russischen Erzähler, und natürlich wird der Leser hin und wieder auch direkt angesprochen. Zudem ist die Geschichte voller intelligenter Anspielungen auf Literatur, Musik, bekannte Logikrätsel und vieles mehr, von dem ich sicher nur einen Bruchteil gefunden habe. Das Rätsel mit den drei Türen habe ich Dank Lukianenko nun endlich wirklich verstanden, so dass ich es erklären kann – und das will wirklich etwas heißen!

Alles in allem ein wunderbares Buch, das mich bei der Lektüre nicht einmal gelangweilt hat. Uneingeschränkt empfehlenswert – und ich freue mich schon darauf, den nächsten Teil zu lesen, in dem es hoffentlich wieder ähnlich amüsant und intelligent zugeht!

Ich verteile ohne Einschränkung fünf von fünf Sternen.

Sergej Lukianenko: Trix Solier – Zauberlehrling voller Fehl und Adel
Gulliver
ISBN: 978-3-407-74334-3
€ 9,95

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